Eine neue Industriepolitik für Berlin!
Berlin befindet sich an einem Scheideweg! Unsere Stadt braucht eine neue Industriepolitik, wenn die Stadt auf längere Sicht wieder wirtschaftlich auf die Beine kommen will.
Eine aktuelle Studie des DIW vom Mai 2009 beziffert die Industrielücke, die Berlin im Vergleich mit anderen deutschen und europäischen Metropolen aufweist, auf 90.000 Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe direkt und weitere mehr als 200.000 Arbeitsplätze im produktionsnahen Dienstleistungssektor.
In den Jahren von 1991 bis 2004 hat Berlin mehr
als die Hälfte der Arbeitsplätze im verarbeitenden
Gewerbe verloren - vor allem im Bereich der einst in Berlin
führenden Metall- und Elektroindustrie!
Zwar gab es eine gleichzeitige Zunahme an Arbeitsplätzen im Dienstleistungssektor,
die aber den Verlust im industriellen Bereich bei weitem nicht ausgleichen konnte.
Die vielzitierte "Dienstleistungsmetropole", losgelöst von jeder industriellen Basis, erwies sich zunehmend als Illusion. Die Dienstleistung nährt nicht die Dienstleistung, sondern es bedarf – auch als Voraussetzung für Dienstleistungsarbeitsplätze in ausreichender Zahl – einer gesunden Basis der Güterproduktion.
Die Berliner Politik, die sich lange Jahre von
der Industrie abwandte und vorrangig auf Hauptstadtfunktionen
und die Dienstleistungsmetropole gesetzt hat, muss auf einen
industriepolitischen Pfad zurückgeführt werden.
Dieser Aufgabe widme ich mich sowohl im parlamentarischen
Raum als auch im Rahmen der Initiativgruppe „Moderne
Produktion in Berlin“.
Hieraus hervorgegangen ist ein von mir geleiteter Gesprächskreis
der Friedrich-Ebert-Stiftung, der sich im Dialog mit wichtigen
Vertretern der Berliner Industrie, der Politik und der Hochschulen
des Themas angenommen hat und projektbezogen arbeitet.

Auftaktveranstaltung des Gesprächskreises
am 2.11.2005 bei der Friedrich-Ebert-Stiftung
von links nach rechts: Dr. Bruno Broich (Technologiestiftung
Berlin), Frank Jahnke,
Prof. Günther Seliger (TU Berlin) , Arno Hager (IG Metall Berlin)

