Politische Kontakte nach Polen

Seit dem 1. Mai 2004 gehört unser Nachbarland Polen zur Europäischen Union. Damit tritt auch das deutsch-polnische Verhältnis, das im Laufe der Geschichte so viele unterschiedliche Phasen durchlaufen hat, in eine neue Phase.

Ereignisse wie die fünf polnischen Teilungen, an denen Deutschland bzw. Preußen stets großen Anteil hatte, bis hin zum Vernichtungskrieg der Nazis gegen Polen haben die historisch und kulturell eigentlich engen Verbindungen zwischen Deutschen und Polen schwer belastet. Auch die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, mit einer oberflächlich proklamierten "Bruder-Beziehung" zum einen Teil Deutschlands und erklärter Gegnerschaft zum anderen Teil, ließ lange Zeit keine Normalisierung des Verhältnisses zu.

Es war Willy Brandt, der ab 1970 mit seiner neuen Ostpolitik auch die Beziehungen zu Polen allmählich verbesserte. Doch es blieb ein schwieriges Verhältnis: Als 1980 die Streiks von Danzig die Ordnung im kommunistisch regierten Polen erschütterten und zur ersten unabhängigen Gewerkschaftsbewegung im Ostblock führten, waren nicht wenige in Deutschland irritiert und begriffen die Entwicklung in Polen nicht als Chance für ein neues Europa, sondern eher als eine Störung im mühsam hergestellten Status Quo der friedlichen Koexistenz.

Über diese Dinge ist die Geschichte hinweggegangen, doch wir müssen sie im Hinterkopf haben, wenn wir mit polnischen Gesprächspartnern zusammentreffen!

Schon bald nach dem historischen Umbruch der politischen Verhältnisse in Europa habe ich Kontakte nach Polen gesucht. Zum einen mochte dies biographische Gründe gehabt haben – mein Großvater mütterlicherseits stammte aus dem seinerzeit zu Deutschland gehörenden, aber mehrheitlich polnisch besiedelten Westpreußen.
Vor allem aber hatte es kulturelle und politische Gründe: Ich wollte das Land und die Menschen kennenlernen, die von Berlin aus kaum mehr als eine Stunde entfernt und dennoch in einer bislang fremden Welt lebten. Durch meine damalige berufliche Tätigkeit hatte ich ab 1991 intensivere Kontakte nach Breslau (Wroclaw) und Posen (Poznan), kam aber auch nach Krakau und Warschau.

I

Erster Besuch bei der SLD in Szczecin am 28.2.2004



Im Rahmen meiner politischen Tätigkeit in der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf nutzte ich gemeinsam mit Dr. Jürgen Murach und Dr. Heike Stock die Gelegenheit zu Kontakten zur sozialdemokratischen Partei SLD in Stettin und der Wojewodschaft Westpommern. Einen ersten offiziellen Besuch statteten wir den polnischen Sozialdemokraten im Februar 2004 ab. Es gab daraufhin bereits gemeinsame Aktionen im Europawahlkampf 2004, und die Beziehungen zwischen der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf und der SLD sind seither durch regen Austausch gekennzeichnet.
Innerhalb der SPD-Charlottenburg-Wilmersdorf hat sich die AG Polen gegründet, der ich angehöre, die regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Polen organisiert und nach dem erfolgreichen Beginn einer Partnerschaft mit Stettin nunmehr das 160-jährige Jubiläum der Berlin-Breslauer Eisenbahnverbindung nutzen will, um auch in dieser Richtung Kontakte zu knüpfen.

Auf Abgeordnetenhausebene ist mir das Thema wirtschaftliche Beziehungen zu Polen und polnische Unternehmer in Berlin wichtig. Eine Große Anfrage hierzu wird demnächst im Parlament behandelt. Der Wirtschaftsarbeitskreis der SPD-Fraktion, den ich leite, war unlängst in der Handelsabteilung der polnischen Botschaft zu Gast und erörterte Fragen der Handelsbeziehungen, der Verkehrsver-bindungen, der Arbeitnehmerfreizügigkeit und der Berufsausbildung zwischen Deutschland und Polen.

Senatorin Junge-Reyer eröffnet gemeinsam mit dem Stadtpräsidenten von Breslau, Dutkiewicz, die Ausstellung auf dem historischen Marktplatz



Im Mai 2006 jährte sich zum 160. Mal die Eröffnung der Bahnverbindung Berlin-Breslau. Aus diesem Anlass fuhren Parlamentarier aller im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien unter Leitung von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer mit dem Zug nach Breslau. Auf dem historischen Marktplatz wurde durch die Senatorin und den Breslauer Stadtpräsidenten eine sehenswerte, zweisprachige Ausstellung zu dem Thema "160 Jahre Eisenbahnverbindung Berlin-Breslau eröffnet". Am folgenden Tag fuhren die Politiker aus Berlin in Begleitung einer polnischen Delegation zurück nach Berlin, wo die Ausstellung nun auch auf dem Ostbahnhof gezeigt wird.
Wie dringend eine Verbesserung der Verkehrsverbindungen von Berlin ins nunmehr polnische Wroclaw vonnöten ist, erlebten wir am eigenen Leibe: Fast sechs Stunden dauert derzeit eine Fahrt, die vor dem 2. Weltkrieg schon in weniger als drei Stunden möglich war!

Bereits verbessert wurde die Bahnverbindung nach Stettin, die auch zu intensiven politischen Kontakten zwischen der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf und der SLD aus der Wojewodschaft Westpommern genutzt wird.

Am 26. 10. 2006 empfing der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit eine Delegation der Stettiner SLD unter Leitung des ehemaligen polnischen Wirtschaftsministers Jacek Piechota, der für das Amt des Stadtpräsidenten kandidierte. In dem Gepräch, an dem ich teilnahm, wurden Möglichkeiten der wirtschaftlichen Kooperation zwischen Berlin und Stettin im Rahmen der Oder-Partnerschaft erörtert. Anschließend fand ein Besuch der Delegation bei der Industrie- und Handelskammer in der Fasanenstraße statt.

Bei den polnischen Kommunalwahlen im November 2006 gelangte Piechota in die Stichwahl, konnte sich dort jedoch nicht durchsetzen. Er bleibt Abgeordneter im nationalen Parlament Sejm und für uns auch weiterhin ein wichtiger Ansprechpartner.

Ich bin für Sie da!

...bei meiner Bürgersprechstunde:

1.3.2012, 17-18 Uhr
in meinem Wahlkreisbüro in der Goethestr.15

oder in meiner
virtuellen Sprechstunde

...per e-mail

frank.jahnke@spd.parlament-berlin.de

...oder per Post

Frank Jahnke
Abgeordnetenhaus von Berlin
Niederkirchnerstr. 1-5
10111 Berlin

...und natürlich bei:

facebook    

Interessante Links:

www.spd.de
www.spdfraktion-berlin.de
www.spd-charlottenburg-wilmersdorf.de
www.parlament-berlin.de


Mitglied der SPD werden