Bahnhof Zoo
Neben sympathischen kleinen Kiezen, dem weltberühmten Kurfürstendamm, dem Breitscheidplatz mit Gedächtniskirche und Europacenter liegt auch der nicht minder bekannte Bahnhof Berlin-Zoologischer Garten - oder kurz „Bahnhof Zoo“ genannt - in meinem Wahlkreis.

Schon zwei Jahre später wurde der Bahnhof Zoologischer Garten 1884 auch Fernbahnhalt. Dies blieb der Bahnhof über mehr als 120 Jahre – in durchaus nicht immer einfachen Zeiten!
Er war bis zum 2. Weltkrieg nur eine von vielen Fernbahnstationen in Berlin, konnte längst nicht so viele Züge aufweisen wie etwa der legendäre Anhalter Bahnhof, aber man gelangte vom Bahnhof Zoo eben nicht nur in die nähere Umgebung Berlins, sondern auch beispielsweise bis ins Rheinland. Ende der dreißiger Jahre begann ein groß angelegter Umbau des Bahnhofs, der im Krieg aber nicht mehr beendet wurde. Die Fernbahnhalle blieb noch bis in die fünfziger Jahre unverglast.
Zwischen 1952 und 1976 war der Bahnhof Zoo der einzige Fernbahnhof im Westteil der nunmehr geteilten Stadt und blieb auch nach Inbetriebnahme des Bahnhofs Wannsee 1976 als Fernbahnhalt bis 1990 praktisch der West-Berliner Fernbahnhof. Er war kein Glanzpunkt der Stadt, sondern stand eher für Schmuddeligkeit und spätestens seit dem Roman "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" auch für Drogen und Prostitution. Im Zuge der 750-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Berlin grundlegend modernisiert und nach dem Fall der Mauer nochmals an die Bedürfnisse des nun benötigten ICE-Haltes angepasst, konnte sich der Bahnhof von diesem Image zwar etwas befreien, zu einem regelrechten Glanzstück wurde er dennoch nie.
Eher wie ein Rückschritt auch -oder eben gerade- vor diesem Hintergrund mutete die heftig umstrittene Entscheidung des damaligen Vorstandsvorsitzenden der DB AG Hartmut Mehdorn an, mit Eröffnung des neuen Hauptbahnhofes im Jahr 2006 den Bahnhof Zoo entgegen aller vorher getroffenen Planungen und Vereinbarungen vom Fernverkehr abzukoppeln. Massive Proteste von Anwohnern, umliegenden Gewerbetreibenden und natürlich auch der Politik waren die Folge. Doch auch diese Reaktionen konnten bei der Bahn kein Einlenken bewirken, der Bahnhof ist - mit Ausnahme einiger Nachtzüge- seit dem 28.5.2006 nur noch ein Regionalbahnhof.
Seine herausragende Rolle für die Region und den Berliner Nahverkehr hat er sich dennoch bewahrt, auch wenn im Zuge der Umgestaltung des Berliner Schienenverkehrs („Pilzkonzept“) sich die Verkehrsströme, die im Zusammenhang mit dem Fernverkehr stehen, neu geordnet haben. Er ist wichtiger Halt auf der im Regionalverkehr nach wie vor die Hauptlast tragenden Stadtbahn, hier treffen sich wichtige S- und U-Bahnlinien, auf dem Hardenbergplatz vor dem Bahnhof liegt die größte Bushaltestelle Berlins, sodass er nach wie vor der wichtigste Punkt im Nahverkehr des ehemaligen West-Berlins ist.
Meine Bemühungen als Wahlkreisabgeordneter beziehen sich darauf, den Bahnhof seiner Funktion gerecht zu gestalten. Das betrifft insbesondere meinen ständigen Dialog mit der Bahn AG zu den Themen Ausstattung und Sauberkeit des Bahnhofes, Reaktivierung der seit Jahren leerstehenden Zoo-Terrassen und auch den Dialog mit Anliegern, Bezirk und Stadtverwaltung zu Gestaltung und Erscheinung des unmittelbaren Umfeldes. Im neuen Koalitionsvertrag wurde außerdem vereinbart, den Bahnhof Zoo wieder zu einem Fernbahnhalt zu machen. Die Deutsche Bahn hat erfreulicherweise schon ihre Kooperationsbereitschaft signalisiert.

